Mittwoch, Juli 7, 2010

Keratokonuslinsen - Anpassung

Der Begriff Keratokonus setzt sich zusammen aus keratos für \”Horn\” und konus für \”kegelförmig\” (griechisch).

Der Keratokonus ist eine angeborene Erkrankung der Hornhaut des Auges. Im fortschreitendem Verlauf wird diese mit der Zeit immer dünner. Durch die Ausdünnung und den natürlichen Augeninnendruck wölben sich zunächst die unteren, später auch die oberen Hornhautschichten konisch (kegelförmig) nach außen. In den meisten Fällen entwickelt sich der Keratokonus aus einer bereits vorhandenen Hornhautverkrümmung, wobei die Übergänge fließend sind. Mit der zunehmenden Auswölbung der Hornhaut verschlechtert sich auch die Sehfähigkeit des Patienten.
Die Erkrankungshäufigkeit in der Gesamtbevölkerung beträgt ca. 1:2000, die Verteilung von Männern zu Frauen etwa 2:1.
Zumeist tritt diese Erkrankung zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Sie kann sich aber auch vom Kindesalter an und bis zum 40. oder 50. Lebensjahr bemerkbar machen.
Ein Keratokonus tritt in der Regel beidseitig auf, häufig jedoch mit einer asymmetrischen Ausprägung. Die Prognose der Erkrankung ist verschieden, sie kann schubweise verlaufen und in jedem Stadium zum Stillstand kommen.
Die Ursachen sind noch relativ unerforscht. So wird vermutet, dass eine Stoffwechselstörung der Auslöser sein kann. Aber auch eine Schwächung des Collagens in der Hornhaut oder eine Erbkrankheit, welche in den Genen manifestiert ist, werden in Erwägung gezogen. Beobachtet wurde auch eine Abweichung der chemischen Zusammensetzung der Hornhaut.

Die Patienten bemerken zumeist eine zunehmende Sehverschlechterung bzw. es fällt eine fortschreitende Kurzsichtigkeit mit deutlicher Zunahme der Hornhautverkrümmung auf. Bei Keratokonus sehen die Betroffenen, zum Teil nur auf einem Auge, Phänomene wie z. B.: Doppeltsehen von Gegenständen, zusätzliche Schatten an Buchstaben und Gegenständen, sowie Schlieren oder sternförmige Strahlen, die von Lichtquellen auszugehen scheinen.

Bei Fortschreiten des Keratokonus und stärkerer Veränderung der Hornhaut kann die Fehlsichtigkeit in der Regel mit formstabilen Kontaktlinsen mit speziellen Geometrien ausgeglichen werden. Die meisten Patienten, ca. 80%, kommen ihr Leben lang mit Kontaktlinsen gut zurecht und ihre Sehfähigkeit ist sehr gut. Nur bei etwa 20 Prozent der Betroffenen muss bei weiteren Voranschreiten des Keratokonus eine Hornhauttransplantation vorgenommen werden. Eine Stabilisierung der Hornhaut wird heutzutage aber auch durch Implantation von Ringsegmenten oder durch Vernetzung der Kollagenfibrillen versucht.

In sehr seltenen Fällen kann auch eine erhebliche Ausdünnung der gesamten Hornhaut und Lederhaut beobachtet werden, dies wird dann als Keratoglobus bezeichnet.
Als Keratokonus „forme fruste“ wird eine Konusform bezeichnet, welche sich nicht zum vollen Konus entwickelt, sondern im Anfangsstadium stehenbleibt.
Der Akute Keratokonus äußert sich in einer starken Eintrübung der Hornhaut - man sieht nur noch Nebel - und muss sofort in einer Augenklinik behandelt werden.

Da der Keratokonus eine seltene Krankheit ist, wird auch in Zukunft das Fachwissen auf wenige Spezialisten beschränkt bleiben. Wenn durch Unkenntnis die optischen Phänomene der Betroffenen nicht nachvollzogen werden können, wird der Keratokonus oft erst spät oder falsch diagnostiziert (z.B. als psychologische oder neurologische Störung).

Bei der Versorgung von Hornhäuten mit Keratokonus, Keratoglobus, Pelluciden marginalen Degeneration (PMD) oder nach Hornhauttransplantation ist es ausserordentlich wichtig, dass die Kontaktlinsen exakt auf die Unregelmäßigkeiten der Hornhaut angepasst werden. Die Kontaktlinsen dürfen keinen Druck auf die Hornhaut, Kegelspitze (Apex) oder Narbengewebe ausüben. Nur so kann die Klarheit der Hornhaut lange erhalten bleiben und das Tragegefühl als angenehm empfunden werden. Es versteht sich von selbst, dass Keratokonus - Patienten immer von spezialisierten Fachkräften, mit viel Erfahrungen bei dieser Erkrankung, betreut und versorgt werden sollten, wie Sie es bei uns im Haus selbstverständlich antreffen.

Die Kostenübernahme der Kontaktlinsen ist ab einem bestimmten Wachstumsgrad des Keratokonus gesetzlich vorgeschrieben. Damit Sie die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet bekommen, benötigen wir ein Rezept von Ihrem/r Augenarzt/in, mit dem wir dann einen detaillierten Kostenvoranschlag ausarbeiten. Diesen reichen wir für Sie bei Ihrer Krankenkasse ein. Die gesetzlichen Krankenkassen genehmigen Kostenvoranschläge beim Keratokonus, je nach Bundesland und Krankenkasse, in unterschiedlicher Höhe.

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