Samstag, September 17, 2011

Hygiene des Kontaktlinsenbehälters - enorm wichtig

Hygiene des Kontaktlinsenbehälters - enorm wichtig

Bei vielen Problemen mit Kontaktlinsen ist die Ursache beim Kontaktlinsenbehälter zu suchen. Augeninfektionen oder schmerzhafte Hornhautentzündungen werden oft durch die Übertragung durch Keime, welche sich im Biofilm des Behälters ansiedeln und dann leicht auf die Kontaktlinse übertragen werden, ausgelöst.

Die meisten Kontaktlinsenträger reinigen ihre Kontaktlinsen nach dem Tragen gründlich mit einem Oberflächenreiniger oder einer Desinfektionslösung manuell ab und beseitigen damit den lockeren Belag an der Linsenoberfläche. Dann werden die Kontaktlinsen zusammen mit einer frischen Desinfektionslösung in den Behälter gegeben und verbleiben dort bis zur nächsten Verwendung.

Wichtiger erster Schritt vor alledem ist das gründliche Händewaschen mit einer nicht rückfettenden Seife, möglichst aus einem Seifenspender. Zum Abtrocknen von Händen und Behälter sind Einmalpapiertücher oder ein separates Handuch zu empfehlen. Dieses sollte natürlich regelmäßig gewechselt und bei hohen Temperaturen gewaschen werden. Eine Reduktion der Keime an den Händen ist somit gewährleistet, bevor im nächsten Schritt der Behälter bereit gestellt wird.

Wie verhalte ich mich richtig?
- vor jeder Berührung des Behälters Hände gründlich waschen
- nach der Entnahme der Kontaktlinsen gebrauchte Flüssigkeit ausschütten und Behälter warm ausspülen, anschließend mit einem sauberen Papiertuch trockenreiben
dabei besonders auf Rückstände im Verschlußgewinde achten
- einmal wöchentlich den Behälter mit einer mit Oberflächenreiniger oder Desinfektionslösung benetzten Zahnbürste abreinigen
- Lagerung bei Nichtbenutzung des Behälters in trockenen Räumen
-regelmäßige Erneuerung des Kontaktlinsenbehälters nach 1 bis maximal 3 Monaten

Was ist ein Biofilm?
Bleiben an Kontaktlinsenbehältern Rückstände von wässrigen Lösungen, welche Keime enthalten, vermehren diese sich. Mit der Zeit, durch Wärme und Feuchtigkeit im Bad beschleunigt, bilden diese Mikroorganismen immer größer werdende schleimige Flächen, den sogenannten Biofilm. Die darin gebundenen Organismen sind vor antimikrobiellen Wirkstoffen, welche in Pflegemitteln für Kontaktlinsen zum Einsatz kommen, relativ geschützt. Manche Hersteller fügen ihren Kunststoffen für die Behälter Silberionen zu, welche die antimikrobielle Wirkung der Desinfektionslösungen anheben sollen.

Häufige Kundenfragen:
Kann ich meinen Kontaktlinsenbehälter auch auskochen?
Dies ist nur bei bestimmten Kunststoffen möglich, andere deformieren und der Behälter ist im Anschluß nicht mehr verwendbar. Außerdem ist zu beachten, dass ein Kochgeschirr verwendet wird (bspw. Edelstahl), welches keine Metallrückstände hinterlässt, welche sich in der Kontaktlinse abgelagern könnten und dann die Linse unbrauchbar machen. Der Behälter muss vorher unbedingt mit einem Oberflächenreiniger abgerieben werden um das festbacken von Eiweisen und anderen Rückständen zu verhindern. Notwendig ist das Auskochen nicht und die Keimbelastung des Topfes stellt auch ein erhöhtes Risiko dar.

Darf ich meinen Kontaktlinsenbehälter in die Spülmaschine stecken?
Hier ist die eindeutige Antwort NEIN. In der Spülmaschine wimmelt es von Essensresten und Keimen, die sich auf dem Behälter absetzen. Werden danach die Kontaktlinsen in dem Behälter gelagert, kommen sie in Kontakt mit den Keimen und werden aufs Augengewebe gegeben, wo sie ernsthafte Schäden anrichten. Die verwendeten Reinigungsmittel in der Spülmaschine, aber auch Kalk und Chlor aus dem Leitungswasser bilden am Behälter einen Belag, der auf der Kontaktlinse zu Veränderungen der Oberflächenstruktur und der Geometrie führen und damit die Verträglichkeit der Linsen deutlich herabsetzen.

kl_behalter.jpg