Mittwoch, Januar 20, 2016

Opti`16 Trendmesse in München

Am Wochenende 15. bis 17.01.2016 besuchten wir die Opti 2016 und waren auf der Suche nach Innovationen auf dem Kontaktlinsenmarkt.
Wir wurden nicht enttäuscht und möchten hier einige Entwicklungen vorstellen.

Die Firma Galifa erweitert ab dem 2. Quartal ihr Scalia-Design und ermöglicht damit mehr fehlsichtigen, jungen Kunden ein entspanntes Sehen in der digitalen Welt von heute. Mit der Einführung der Dynavis, sowohl bei Weichlinsen, als auch im Bereich der formstabilen Kontaktlinsen wird der Fokus auf einen besseren Sehkomfort in allen Bereichen des Sehens (fern/PC/nah) berücksichtigt. Galifa bewegt sich dabei in ihrer Anpassphylosophie von ihren bisher variablen Zonengrößen mit harten zu gleitenden Übergangen.

Am Stand von Hecht Contactlinsen erfuhren wir von der Erweiterung des Lieferbereiches der formstabilen Komfortkontaktlinse BIAS. Mit dieser ist nun die einfachere Anpassung bei noch mehr Umsteigern von Weich- auf Hartlinsenträgern möglich, aber auch die Umstellung von älteren formstabilen Kontaktlinsengeometrien. Vorgestellt wurde eine einzigartige, neu entwickelte weiche Contactlinse - Vicon. Sie ermöglicht einen absolut spannungsfreien Sitz vom Zentrum bis in die Randbereiche und ist am Auge wie frei schwebend. Diese wird ab Februar in sphärischen und sphärisch-multifokalen Korrektionen lieferbar sein.

Bei Falco wurden wir auf den neuesten Stand der mittlerweile sehr umfangreich gewordenen Orthokeratolieversorgungsmöglichkeiten gebracht. (Orthokeratologie- Tragen von stabilen Contactlinsen während der Schlafphase und dabei Ummodellierung der Hornhaut zu einem Auge ohne Fehlsichtigkeit) So gibt es die Myopie-Control, für kurzichtige Kinder von 7 bis 20 Jahren zur Ausbremsung des Längenwachstums des Auges bis –8,50 dpt. Die klassiche Ortho-K korrigiert Fehlsichtigkeiten von –8,5 bis +1,5 dpt und durch spezielle Rückflächendesigns werden innere und äußere Hornhautverkrümmungen bis zu einem Zylinderwert von –1,75 dpt korrigierbar. Zusätzlich gibt es auch noch für die Generation 40+ eine Mehrstärkenvariante.

Ein weiterer schweizer Hersteller Swisslens stellte eine neu entwickelte Irisfarblinse / Prosthetiklinse vor. Sie wird in 30 Farbvarianten angeboten, welche mit verschiedenen Pupillendurchmessern und Irisdurchmessern von hand im Sandwichverfahren gefärbt wird. Die nahunterstützende Relax-geometrie für myope Vielleser (Studenten) gibt es nun auch als formstabile Kontaktlinse. Zudem wurde die in Frankreich gefertigte Keratokonuskontaktlinse Hybrid eingeführt, welche einen stabilen Linsenkern und einen Weichlinsenring aus Silikonhydrogel hat. Hier verbindet sich der hohe Tragekomfort mit bester Sehleistung.

Die Firma Clearlab, welche auf den europäischen Markt drängt, stellte die erste biokompatible Silikonhydrogellinse vor, welche einen sehr hohen Sauerstoffdurchfluss mit einem angenehmen Trage- und Benetzungsverhalten kombiniert. Diese ist sowohl als Eintageskontaktlinse, als auch als Monatslinse mit einem Tauschintervall von 30 Tagen zu erhalten. Mit der Aquagrip-Technologie wird die Kontaktlinsenoberfläche von einer Wasserhülle umgeben und mit der Tri-Channel-Technologie wird ein besonders hoher Austausch von Wasser, Ionen und Sauerstoff ermöglicht. Dies unterstützt die Augengesundheit. Mit dem Truform Randdesign kann die Contactlinse außergewöhnlich dünn gestaltet werden und man erreicht einen hohen Trage- und Spontankomfort.

Auch bei Bausch&Lomb wurde ein neues Monatskontaktlinsenmaterial entwickelt. Dieses vermischt Silikonhydrogelmoleküle im Zentrum mit PVP als Mantel, welches ein wasseranziehendes und wasserspeicherndes Material darstellt. Auch hier sollen bessere Benetzungseigenschaften mit hohem Tragekomfort und sehr hohem Sauerstoffdurchlass kombiniert werden. Mit der bewährten asphärischen Optik wird zudem ein sehr gutes Sehergebnis erreicht. Diese Kontaktlinsen werden ab 04/2016 verfügbar sein.

Menicon stellte seine Produkterweiterung der bewährten Silikonhydrogelmonatslinse im torischen Bereich vor, welche ab Zylinderwerten von –0,75 dpt erhältlich ist und eine dynamische Stabilisationszone aufweist. Ein weiteres bewährtes, hochwasserhaltiges Material aus dem weichen Individuallinsenbereich wird ab 2016 in torischer Version für Kunden mit Hornhautverkrümmung und als multifokale Version für Presbyope zur Verfügung stehen.

Bei Appenzeller Kontaktlinsen informierten wir uns über die Möglichkeiten der Versorgung mit Skleralkontaktlinsen, welche in der Auflagezone am Augapfel unterschiedliche Abflachungen in unterschiedlichen Meridianen aufweisen.

Bei MPG&E, sowie Wöhlk gab es Gespräche zu Produkterweiterungen.

Insgesamt möchten wir uns bei allen ausrichtenden Herstellern für Ihre Gastfreundschaft und genommene Zeit bedanken. Wir freuen uns, die Innovationen umzusetzen und natürlich schon wieder auf die nächste Opti.

Opti 2016 München
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Mittwoch, Juli 7, 2010

Keratokonuslinsen - Anpassung

Der Begriff Keratokonus setzt sich zusammen aus keratos für \”Horn\” und konus für \”kegelförmig\” (griechisch).

Der Keratokonus ist eine angeborene Erkrankung der Hornhaut des Auges. Im fortschreitendem Verlauf wird diese mit der Zeit immer dünner. Durch die Ausdünnung und den natürlichen Augeninnendruck wölben sich zunächst die unteren, später auch die oberen Hornhautschichten konisch (kegelförmig) nach außen. In den meisten Fällen entwickelt sich der Keratokonus aus einer bereits vorhandenen Hornhautverkrümmung, wobei die Übergänge fließend sind. Mit der zunehmenden Auswölbung der Hornhaut verschlechtert sich auch die Sehfähigkeit des Patienten.
Die Erkrankungshäufigkeit in der Gesamtbevölkerung beträgt ca. 1:2000, die Verteilung von Männern zu Frauen etwa 2:1.
Zumeist tritt diese Erkrankung zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Sie kann sich aber auch vom Kindesalter an und bis zum 40. oder 50. Lebensjahr bemerkbar machen.
Ein Keratokonus tritt in der Regel beidseitig auf, häufig jedoch mit einer asymmetrischen Ausprägung. Die Prognose der Erkrankung ist verschieden, sie kann schubweise verlaufen und in jedem Stadium zum Stillstand kommen.
Die Ursachen sind noch relativ unerforscht. So wird vermutet, dass eine Stoffwechselstörung der Auslöser sein kann. Aber auch eine Schwächung des Collagens in der Hornhaut oder eine Erbkrankheit, welche in den Genen manifestiert ist, werden in Erwägung gezogen. Beobachtet wurde auch eine Abweichung der chemischen Zusammensetzung der Hornhaut.

Die Patienten bemerken zumeist eine zunehmende Sehverschlechterung bzw. es fällt eine fortschreitende Kurzsichtigkeit mit deutlicher Zunahme der Hornhautverkrümmung auf. Bei Keratokonus sehen die Betroffenen, zum Teil nur auf einem Auge, Phänomene wie z. B.: Doppeltsehen von Gegenständen, zusätzliche Schatten an Buchstaben und Gegenständen, sowie Schlieren oder sternförmige Strahlen, die von Lichtquellen auszugehen scheinen.

Bei Fortschreiten des Keratokonus und stärkerer Veränderung der Hornhaut kann die Fehlsichtigkeit in der Regel mit formstabilen Kontaktlinsen mit speziellen Geometrien ausgeglichen werden. Die meisten Patienten, ca. 80%, kommen ihr Leben lang mit Kontaktlinsen gut zurecht und ihre Sehfähigkeit ist sehr gut. Nur bei etwa 20 Prozent der Betroffenen muss bei weiteren Voranschreiten des Keratokonus eine Hornhauttransplantation vorgenommen werden. Eine Stabilisierung der Hornhaut wird heutzutage aber auch durch Implantation von Ringsegmenten oder durch Vernetzung der Kollagenfibrillen versucht.

In sehr seltenen Fällen kann auch eine erhebliche Ausdünnung der gesamten Hornhaut und Lederhaut beobachtet werden, dies wird dann als Keratoglobus bezeichnet.
Als Keratokonus „forme fruste“ wird eine Konusform bezeichnet, welche sich nicht zum vollen Konus entwickelt, sondern im Anfangsstadium stehenbleibt.
Der Akute Keratokonus äußert sich in einer starken Eintrübung der Hornhaut - man sieht nur noch Nebel - und muss sofort in einer Augenklinik behandelt werden.

Da der Keratokonus eine seltene Krankheit ist, wird auch in Zukunft das Fachwissen auf wenige Spezialisten beschränkt bleiben. Wenn durch Unkenntnis die optischen Phänomene der Betroffenen nicht nachvollzogen werden können, wird der Keratokonus oft erst spät oder falsch diagnostiziert (z.B. als psychologische oder neurologische Störung).

Bei der Versorgung von Hornhäuten mit Keratokonus, Keratoglobus, Pelluciden marginalen Degeneration (PMD) oder nach Hornhauttransplantation ist es ausserordentlich wichtig, dass die Kontaktlinsen exakt auf die Unregelmäßigkeiten der Hornhaut angepasst werden. Die Kontaktlinsen dürfen keinen Druck auf die Hornhaut, Kegelspitze (Apex) oder Narbengewebe ausüben. Nur so kann die Klarheit der Hornhaut lange erhalten bleiben und das Tragegefühl als angenehm empfunden werden. Es versteht sich von selbst, dass Keratokonus - Patienten immer von spezialisierten Fachkräften, mit viel Erfahrungen bei dieser Erkrankung, betreut und versorgt werden sollten, wie Sie es bei uns im Haus selbstverständlich antreffen.

Die Kostenübernahme der Kontaktlinsen ist ab einem bestimmten Wachstumsgrad des Keratokonus gesetzlich vorgeschrieben. Damit Sie die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet bekommen, benötigen wir ein Rezept von Ihrem/r Augenarzt/in, mit dem wir dann einen detaillierten Kostenvoranschlag ausarbeiten. Diesen reichen wir für Sie bei Ihrer Krankenkasse ein. Die gesetzlichen Krankenkassen genehmigen Kostenvoranschläge beim Keratokonus, je nach Bundesland und Krankenkasse, in unterschiedlicher Höhe.