Dienstag, August 6, 2013

Immer mehr Kinder sind kurzsichtig, warum und was kann man dagegen tun?

Immer mehr Kinder sind kurzsichtig – warum und was kann man dagegen tun ?

Die genetische Veranlagung spielt bei der Entstehung der Kurzsichtigkeit eine entscheidende Rolle. Eine etwa 35-prozentige Wahrscheinlichkeit haben Kinder von kurzsichtigen Eltern ebenfalls kurzsichtig zu werden.

Die weltweit unterschiedliche Zunahme der Myopie zeigt aber, dass die Lebensweise einen viel größeren Einfluß hat. Während bei Naturvölkern die Kurzsichtigkeit kaum vorkommt, liegt der Anteil in Europa bei ca. 20% und in einigen asiatischen Ländern bei 80%. Es scheint also einen Zusammenhang zwischen konzentrierter Naharbeit, wie intensives Lesen und erhöhte Computer- und TV-Nutzung, und dem Längenwachstum des Auges zu geben.

Aufgrund des rasanten Anstieges der Kurzsichtigkeit in den letzten 40 Jahren wurde diese zur Augenerkrankung erklärt, was eine stärkere Forschung in diesem Gebiet ermöglicht.
So stellte man bereits fest, dass das Auge sich auf die äußeren Umstände einstellt und sein Wachstum so ausrichtet, dass die vorwiegende Tätigkeit optimal unterstützt wird. Bei Studien entdeckte man, dass Kinder die mehr draußen als im Haus spielten, weniger kurzsichtig sind. Ursächlich sind hierfür wahrscheinlich der weite Blick und die Aufnahme von Vitamin B.

Während lange die Annahme verbreitet war, dass das Netzhautzentrum für das Wachstum zuständig ist, brachten neuere Untersuchungen die Erkenntnis, dass das periphere Netzhautbild eine viel wichtigere Rolle spielt. Der entscheidende Faktor ist der Abstand der peripheren Netzhaut und der Bildschale der Abbildung (siehe Grafik).
Wenn also die Bildschale flacher ist als die Netzhaut, was bei der Korrektur mit einem Brillenglas der Fall ist, führt dies zum Wachstum des Auges. Dies kann durch ein unterkorrigierendes Brillenglas auch nicht aufgehalten werden.

Studien mit Kontaktlinsen zeigen dagegen Erfolge beim Aufhalten des Längenwachstums. So können beispielsweise orthokeratologische oder bestimmte Presbyopiegeometrien das Wachstum abbremsen, weil sie die Kurzsichtigkeit nur in der Peripherie unterkorrigieren bei gleichzeitiger Schärfe im Zentrum.
grafik-des-auges-mit-diversen-bildschalen-von-mpge.jpg